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Landesregierung und Wohnungswirtschaft gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: Startschuss für die Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE“

In einer eigenen und geschützten Wohnung zu wohnen, gehört zu den elementaren Grundbedürfnissen jedes Menschen. Deshalb sind besondere Anstrengungen notwendig, um Wohnungsverluste zu verhindern und Wohnungslosigkeit zu vermeiden. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW), Vorstand und Präsidium des VdW Rheinland Westfalen sowie die drei großen bestandshaltenden Unternehmen LEG Immobilien AG, Vivawest Wohnen GmbH und Vonovia SE wollen zur Erreichung dieser Ziele künftig an einem Strang ziehen. Am 25. Juni 2019 unterschrieben die Partner gemeinsam mit Sozialminister Karl-Josef Laumann eine Kooperationsvereinbarung und hoben damit die Landesinitiative "Endlich ein ZUHAUSE" aus der Taufe.

(v.l.n.r.): VdW-Präsident Ulrich Bimberg, Vorstand der Spar- und Bauverein Solingen eG, Arnd Fittkau, Vorstand der Vonovia SE, Uwe Eichner, Vorstand der Kölner GAG Immobilien AG, Marion Sett, Mitglied der Geschäftsführung der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH Köln, Sozialminister Karl-Josef Laumann, Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien AG, VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter und Dr. Ralf Brauksiepe, Geschäftsführer der Vivawest Wohnen GmbH (Quelle: MAGS NRW)

„Mit Sorge beobachte ich die seit einigen Jahren steigenden Zahlen wohnungsloser Menschen“, erklärte Sozialminister Karl-Josef Laumann seine Motivation für das Engagement. „Gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft wollen wir den wohnungslosen Menschen in unserem Land neue Perspektiven eröffnen. Die Unternehmen stellen zusätzliche Wohnungen zur Verfügung und das Land flankiert dies durch ein Netzwerk von ‚Kümmerern‘, die helfen, wenn es mal Probleme gibt. Das macht es den Unternehmen leichter, auch an Haushalte mit Zahlungsschwierigkeiten oder an wohnungslose Familien zu vermieten. Für diese Projekte stellen wir zunächst bis 2020 jährlich drei Millionen Euro zur Verfügung.“

Im Wesentlichen verfolgt die Initiative die folgenden Ziele:

Prävention von Wohnungsverlusten

Das beste Mittel gegen Wohnungslosigkeit ist, sie erst gar nicht entstehen zu lassen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Vereinbarung ist daher die Prävention. Oft geht einem drohenden Wohnungsverlust eine lange und ganz persönliche Geschichte voraus. Private Schicksalsschläge, gesundheitliche Krisen, Arbeitsplatzverlust oder psychische Erkrankungen bringen das eigene Lebenssystem nicht nur finanziell ins Wanken. „Wenn es uns in dieser kritischen Phase gelingt, Kontakt zu den Mietern herzustellen, gibt es gute Chancen, das Mietverhältnis und damit das vertraute Zuhause zu erhalten. Das ist für Mieter und Vermieter von Interesse“, so die einhellige Erfahrung der Vertreter aus der wohnungswirtschaftlichen Praxis. „Denn auch wir möchten Kündigungen und Räumungsverfahren aufgrund von Mietrückständen unter allen Umständen vermeiden“, so Dr. Ralf Brauksiepe, Geschäftsführer der Vivawest Wohnen GmbH, Arnd Fittkau, Vorstand der Vonovia SE und Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien AG weiter.

Für die Prävention von Wohnungsverlusten bedarf es der Zusammenarbeit vieler Akteure. Eine noch engere Kooperation mit den kommunalen und freiverbandlichen Akteuren auf lokaler Ebene soll künftig dabei helfen. Für die gegenseitige Information im Interesse gefährdeter Mieterhaushalte wollen die Kooperationspartner daher praktikable und datenschutzkonforme Lösungen erarbeiten, damit Maßnahmen möglichst frühzeitig greifen. Von Mietschulden betroffene Mieter sollen Heilungsmöglichkeiten und die Chance erhalten, Rückstände aus eigener Kraft über Ratenzahlungen zu tilgen, die auch bei geringen Einkommen leistbar sind.

Mehr Wohnraum für wohnungslose Menschen

Vor allem in Ballungsräumen und Großstädten übersteigt die Wohnungsnachfrage das Angebot. Wohnungslose Menschen sind in dieser Konkurrenzsituation chancenlos, gegenüber anderen Interessenten ziehen sie in der Regel den Kürzeren. Um Wohnungslosigkeit zu bekämpfen, müssen in den lokalen und regionalen Wohnungsmärkten  Wege gefunden werden, wohnungslose Menschen mit besonderer Dringlichkeit zu versorgen.

Die Kooperationspartner möchten sich im Bereich der Versorgung wohnungsloser Menschen engagieren und geeignete Wohnungen zur Verfügung stellen. Altschulden dürfen dabei nicht zum Ausschluss verschuldeter Menschen von der Wohnungsversorgung führen. Dort wo im Einzelfall individuelle Unterstützungspakete erforderlich sind, um den dauerhaften Wohnungserhalt zu ermöglichen, sollen sie möglichst gemeinsam mit den lokalen Kooperationspartnern geschnürt werden.

„Jeder wohnungslose Mensch ist einer zu viel! Wir sind stolz darauf, mit der Landesinitiative ‚Endlich ein ZUHAUSE‘ eine weitere Facette sozialer Verantwortung zu zeigen, die wir als im VdW Rheinland zusammengeschlossene, ehemals gemeinnützige Wohnungswirtschaft jeden Tag ganz selbstverständlich leben“, so das Präsidium des VdW Rheinland Westfalen mit Ulrich Bimberg, Vorstand des Spar- und Bauverein Solingen eG, Marion Sett, Mitglied der Geschäftsführung der kirchlichen Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH Köln und Uwe Eichner, Vorstand der kommunalen Kölner GAG Immobilien AG zum Ende des Unterzeichnungstermins.

Die Vertragspartner werden sich regelmäßig über die Fortschritte unterrichten und austauschen.