VerbandsMagazin

VM 07+08 / 2021: Gas oder Bremse - Wohnungspolitik im Bundestagswahlkampf

Kurz vor der Bundestagswahl steht die Wohnungspolitik bei den Parteien und Wählerinnen und Wählern weit oben. Inhaltlich dominiert eine Diskussion über (zu) hohe Mieten. Als taugliche Lösungen werden Mietpreisbegrenzungen durch einen bundesweiten Mietendeckel, die Einführung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit, sogar die Unterstützung für die Enteignung von Wohnungsunternehmen betrachtet - vielfältige Ideen, die teils tiefgreifende Eingriffe in den Wohnungsmarkt fordern. Ihr Ziel ist im Wesentlichen ein Mehr an bezahlbaren Wohnungen.

Die Ursache für die steigenden Mieten liegt, wenn man der politischen Debatte glauben mag, in erster Linie im Gewinnstreben der Wohnungswirtschaft und der Privatisierung und Spekulation mit Wohnraum, zumindest auf einigen Wohnungsmärkten. Doch es lohnt sich, einmal genauer hinzuschauen, denn auch die Mitglieder des VdW Rheinland Wetfalen zählen zu den institutionellen Vermietern, agieren aber am Markt aber bereits heute nachweisliche als gebaute Mietpreisbremse. Das belegt beispielsweise das VdW-Wohnungsmarktbarometer.

Aufgrund ihres hohen Anteils an gefördertem und preisgedämpftem Wohnraum in Bestand und Neubau wirkt die im VdW Rheinland Westfalen organisierte kommunale und öffentliche, genossenschaftliche, kirchliche sowie industrieverbundene und private Wohnungswirtschaft insbesondere auf den angespannten Wohnungsteilmärkten lokal sogar erheblich entschleunigend auf die Mietendynamik.

Ein Lösungsweg wäre also die konsequente politische Unterstützung eben jener Wohnungsmarktakteure, die den Bau und die Bewirtschaftung von bezahlbarem Wohnraum per Gesellschaftszweck einsetzen. Günstige Mieten entstehen aber vor allem dann, wenn alle Stellschrauben für Investitionen in bezahlbares Bauen richtig, also kostenminimierend eingestellt sind. Dazu zählt die Berücksichtigung stetig steigender Baukosten, die Vergabepraktiken bei der Baulandmobilisierung oder die Prüfung von Bauauflagen. 

Mehr zur wohnungspolitischen Lage im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 gibt es in dieser Ausgabe des VerbandsMagazin

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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