Landtagswahl NRW 2022 News

NRW-Spitzenkandidierende beziehen Stellung

Was werden Sie nach der Wahl wohnungspolitisch anstoßen? Diese Frage stand oftmals im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik.

Die „Reden wir übers Wohnen“-VdW-Talks mit den NRW-Spitzenkandidierenden Hendrik Wüst (CDU), Dr. Joachim Stamp (FDP), Thomas Kutschaty(SPD) und Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), FDP (Dr. Joachim Stamp) zur Landtagswahl am 15. Mai in Nordrhein-Westfalen stellten den Dialog zwischen sozial verantwortlich handelnder Wohnungswirtschaft und der Landespolitik her. Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich Wohnen, wie die Frage nach der Vereinbarkeit zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit, der starke Abruf von Mitteln der öffentlichen Wohnraumförderung durch VdW-Mitglieder, aber auch der Einsatz regenerativer Energieerzeugung und -verbrauch im Quartier oder wohnungswirtschaftliche Beiträge zur Verkehrswende, standen dabei im Mittelpunkt der Gespräche.

Für das VerbandsMagazin haben die Spitzenkandidierenden Sätze mit wohnungspolitischen Statements vervollständigt, die im VerbandsMagazin 04/2022 veröffentlicht wurden.

1. Gutes Wohnen bedeutet für mich….

Thomas Kutschaty (SPD) NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„…dass man sich als Mieterin oder Mieter, als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer wenig Sorgen um das Wohnen machen muss, weil die Mieten und das Eigentum bezahlbar sind, ausreichend Wohnraum in guter Qualität vorhanden ist, sinnvolle energetische Standards für niedrige Energiekosten sorgen und Flächen, gerade in Ballungsgebieten, nicht verschwendet werden. All das sind Kennzeichen guter Wohnungsbau- und Mietpolitik – und Kennzeichen sozialdemokratischer Wohnungsbau- und Mietpolitik.“

Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), NRW-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2022:

„…dort zu wohnen wo man leben möchte. Gutes Wohnen bedeutet Teilhabe. Um das zu erreichen, unterstützen wir Kommunen dabei, ihre Stadtteile so zu gestalten, dass sich alle Generationen darin wohlfühlen und hier selbstbestimmt leben können. Fußläufig erreichbare Parks, gute Versorgungsstrukturen und die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, schaffen Lebensqualität und fördern die Gesundheit. Ältere Menschen und Personen mit Einschränkungen erhalten die Unterstützung, die sie brauchen. Kinder sollen sicher spielen können und Jugendliche erhalten Gestaltungsräume.“

Dr. Joachim Stamp (FDP), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„…die eigenen individuellen Träume verwirklichen zu können: Ob als Eigentümerin oder Eigentümer, als Mieterin oder Mieter, ob auf dem Land oder in der Stadt, ob im Haus oder in der Wohnung. 80 Prozent der Menschen möchten am liebsten in den eigenen vier Wänden leben, können sich diesen Wunsch allerdings nicht erfüllen. Daher wollen wir Nordrhein-Westfalen zum Land der Eigentümer machen – mit einem Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer. Durch einen sozialen Wohnungskauf wollen wir mehr Mieter zu Eigentümern machen. Damit wollen wir Menschen, die es sich bisher nicht leisten können, den Erwerb von Wohneigentum ermöglichen.“

Hendrik Wüst (CDU), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„…vor allem, dass Wohnraum bezahlbar bleibt – auf dem Land und auch in unseren Städten. Jeder Mensch soll in unserem Land so leben können, wie er möchte – egal ob zur Miete oder im Eigentum. Auch Normalverdienerinnen und -verdiener sollen sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können. Deshalb schaffen wir gute Rahmenbedingungen für alle, die bauen wollen. Gutes Wohnen bedeutet zudem bezahlbare Nebenkosten. Eine warme Wohnung darf kein Luxus werden. Und gutes Wohnen heißt ressourcenschonend, nachhaltig und klimafreundlich bauen.“

 

2. Die Bezahlbarkeit im Wohnen stellt man am besten sicher durch ...

Thomas Kutschaty (SPD) NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„...ein ausreichend großes Angebot am Markt. Dafür wird die SPD sorgen – durch den Bau von 100.000 neuen Wohnungen in jedem Jahr, wovon 25.000 So zialwohnungen werden. Doch es geht auch um eine kluge Stadt-Land-Beziehung: Wenn wir mit besseren Wohnungsangeboten, sozialer Infrastruktur, wie Kitas und Schulen, und klugen Verkehrskonzepten das Umland attraktiver machen, entlasten wir dadurch nicht nur den Mietenmarkt in den Ballungsgebieten,sondern stärken auch die Attraktivität des Umlandes und der ländlichen Regionen.“

Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), NRW-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2022:

„...die Nutzung aller landesrechtlichen Möglichkeiten, um Mietpreissteigerungen zu begrenzen und den Mieterinnenschutz zu stärken. Unser Ziel ist die Schaffung von deutlich mehr günstigen Wohnungen pro Jahr durch Neubau und Umnutzung. Aber den Kommunen fehlt es an eigenem Grund und Boden. Deswegen wollen wir sie rechtlich und finanziell in die Lage versetzen, eine vorsorgende Grundstückspolitik betreiben zu können. Hier bevorzugen wir kommunale Wohnungsbaugesellschaften, gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen und Genossenschaften bei der Vergabe. So bleibt die Bodennutzung langfristig sozial und wohnen bezahlbar.“

Dr. Joachim Stamp (FDP), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„...neuen Schwung beim Wohnungsbau: durch Neubau und Wohnraumschaffung im Bestand, und zwar bei frei finanzierten, geförderten und selbstgenutzten Wohnungen. Wir wollen das Bauen weiter erleichtern und beschleunigen, insbesondere in stark nachgefragten, urbanen Gebieten. Wir setzen aber auch auf neue Modelle, um die Eigentumsquote und gerade auch die Vermietungsquote zu steigern. Dadurch steigt das Angebot an verfügbarem Wohnraum und das führt zu günstigeren Mietpreisen.“

Hendrik Wüst (CDU), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ...die Schaffung von mehr Wohnraum. Im Jahr 2020 wurden in Nordrhein-Westfalen so viele Wohnungen fertiggestellt wie seit 15 Jahren nicht mehr. Mit rund 9,1 Millionen Wohnungen haben wir einen neuen Höchststand erreicht, das ist gegenüber 2017 ein Plus von rund 135.000 Wohnungen. Für das Jahr 2022 stellen wir ein Rekordvolumen von 1,3 Milliarden Euro für den Neubau von Mietwohnungen, Auszubildenden- und Studierendenwohnheimen und Eigentumsmodernisierung zur Verfügung. Und wir müssen den Druck von den Ballungsräumen nehmen und Wohnen im ländlichen Raum attraktiv machen. Mit 400 Millionen Euro entlasten wir deshalb dieses Jahr junge Familien bei der Grunderwerbssteuer.“

 

3. Das Ziel des klimaneutralen Wohngebäudebestandes erreicht man, indem ...

Thomas Kutschaty (SPD) NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„... die Politik die Voraussetzungen schafft, dass die Wohnungswirtschaft in den Gebäudebestand investieren kann. 100.000 neue Wohnungen jährlich bauen und den Bestand klimaneutral sanieren – das klappt nur mit ausreichend Fachkräften, Handwerkerinnen und Handwerker. Zudem müssen wir auch beim Wohnen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das gelingt nur mit der Wohnungswirtschaft und einer aktiven Politik, die gute Anreize schafft und für die Realisierung von Bestandssanierungen sorgt.“

Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), NRW-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2022:

„...man endlich Tempo macht bei Heizungstauschund Gebäudesanierung. An der Technik scheitert es nicht. Mit Wärmepumpen, Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung oder Fernwärme ist es möglich. Viele Menschen können sich eine aufwendige energetische Sanierung ihres Hauses mit den aktuellen Förderungen nicht leisten. Diese müssen auch mithilfe von Landesmitteln weiter verbessert werden. Zudem müssen die Prozesse bei der Nutzung der Landesförderprogramme vereinfacht und weiter digitalisiert werden. Ein warmes Zuhause geht auch ohne CO2-Emissionen und hohe Heizkostenrechnung. Wir sorgen dafür, dass es bei der Wärmewende fair zugeht.“

Dr. Joachim Stamp (FDP), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ...man nicht auf Verbote, sondern auf intelligente und innovative Lösungen setzt, die alle berechtigten Interessen verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen. Um günstiger und ressourcenschonender bauen zu können, braucht es unter anderem moderne Bautechnologien wie den 3D-Druck oder BIM-Systeme (Building Information Modeling) und eine Nutzung der innovativen Entwicklungen bei den Baumaterialien. Solche Innovationen wollen wir weiter fördern und vorantreiben.“

Hendrik Wüst (CDU), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ... der Wohnungsbestand umfassend energetisch saniert wird. Wir haben die Modernisierungsförderung des Landes neu aufgestellt, sodass inzwischen jährlich 12.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Energieeffizienz bei Neubauten muss weiter förderfähig bleiben. Die für alle überraschende Entscheidung der Ampel-Regierung, die Förderung für energieeffiziente Gebäude der KfW zu stoppen, ist hingegen ein fatales und falsches Signal für Klimaschutz und Bezahlbarkeit des Wohnens.“

 

4. Die im VdW Rheinland Westfalen organisierte, sozial verantwortlich handelnde Wohnungswirtschaft ist...

Thomas Kutschaty (SPD) NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ... eine eng verbündete Partnerin, um durch den Bau von 100.000 neuen Wohnungen für eine Entspannung auf dem Mietenmarkt zu sorgen, durch die Sanierung des Bestandes klimaneutral zu werden und durch ihre soziale Verantwortung dazu beizutragen, dass jedem Menschen in Nordrhein-Westfalen – unabhängig vom Einkommen – guter und bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht."

Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), NRW-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl 2022:

„ ... ein wichtiger Akteur und spielt eine sehr große Rolle für die Umsetzung Grüner Wohnungspolitik. Gerade kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Wohnungsbauunternehmen tragen entscheidend dazu bei, mehr Wohnraum zu schaffen, ohne dass dabei die Gewinnerzielung und damit hohe Mieten im Vordergrund stehen. Diese Unternehmen müssen aus Grüner Sicht unterstützt und bei der Grundstücksvergabe und der Wohnraumförderung gegenüber privaten Investoren bevorzugt werden.“

Dr. Joachim Stamp (FDP), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ... ein wichtiger Akteur, ohne den wir als Gesellschaft die großen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt nicht bewältigen können. Für uns ist klar: Nur gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft und der Bauwirtschaft können wir bezahlbaren, modernen und klimagerechten Wohnraum schaffen.“

Hendrik Wüst (CDU), NRW-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2022:

„ ... entscheidender Macher, um bezahlbaren, nachhaltigen und klimafreundlichen Wohnraum für die Menschen in unserem Land zu schaffen. Gutes und bezahlbares Wohnen ist Grundvoraussetzung für soziale Sicherheit. Ohne die im VdW organisierte Wohnungswirtschaft wäre „kein Staat zu machen.“ Ich danke für die Unterstützung bei der Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine. Auf Initiative des VdW bringen wir Kommunen und Wohnungsunternehmen und -genossenschaften zusammen, um die Geflüchteten möglichst schnell unterzubringen.“

 


Die gesamte Doppelseite findet sich neben weiteren Fakten, Standpunkten und Debatten zur NRW-Landtagswahl im VerbandsMagazin 04/2022.

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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