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VdW Rheinland Westfalen und NRW.BANK legen Befragungsergebnisse vor: Nordrhein-westfälische Wohnungswirtschaft präsentiert sich aktuell noch stabil

Im Rahmen einer insgesamt dreimonatigen Befragung untersucht der VdW Rheinland-Westfalen gemeinsam mit der NRW.BANK derzeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die rund 480 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des größten wohnungswirtschaftlichen Regionalverbands. Nun liegen die ersten Ergebnisse aus April 2020 vor.

„Im Moment präsentiert sich die Wohnungswirtschaft noch stabil“, so Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen „Die Mietausfälle zu Beginn der wirtschaftlichen Auswirkungen im Monat April waren noch übersichtlich.“

Liquiditätsengpässe erst einmal unwahrscheinlich

Bei rund 85 Prozent der Unternehmen und Genossenschaften gab es im April höhere Mietausfälle im Vergleich zum Vorjahr, der Anteil der betroffenen Haushalte ist aber überwiegend gering. In 64 Prozent der Fälle sind unter 2 Prozent der Haushalte betroffen, bei weiteren 27 Prozent sind es unter 5 Prozent. Mit Liquiditätsproblemen rechnen derzeit noch die wenigsten Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, rund 91 Prozent der Befragten hielten Liquiditätsengpässe für eher oder sehr unwahrscheinlich.

Neuvermietung und Neubau beeinträchtigt

Bemerkbar macht sich die Situation vor allem im Bereich der Neuvermietungen und beim Neubau. „Das Neuvermietungsgeschäft ging im Monat April bereits spürbar zurück. Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge, da es Einschränkungen auf Seiten der Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften, beispielsweise im Geschäftsstellenbetrieb, aber auch bei der Besichtigung der Wohnungen gibt.“, so Alexander Rychter. Rund 44 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen konnten auf Grund der Krise Verzögerungen beim Neubau feststellen, die sich durch Probleme bei der Baustofflieferung (63 Prozent), dem Personalmangel (54 Prozent) und der Verzögerung von Baugenehmigungen (41 Prozent) ergaben.

Vorsicht als Gebot der Stunde

Geplante Investitionen im Neubausegment laufen bei rund 70 Prozent der Befragten aber unverändert weiter, 22 Prozent kündigten jedoch an etwas oder deutlich weniger zu investieren als vor dem Ausbruch der Krise. Ähnlich sieht es im Bereich der Modernisierung und Instandhaltung aus – bei rund zwei Drittel der befragten Verbandsmitglieder hat die Pandemie keinen Einfluss auf die Investitionen, der Rest verhält sich abwartend.

Weiter aufmerksam beobachten

„Die derzeitigen Ergebnisse sind ausdrücklich eine Momentaufnahme. Die sich verändernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie steigende Arbeitslosenzahlen, ein hoher Anteil von bundesweit inzwischen rund 10 Millionen Menschen in Kurzarbeit und das gestiegene Insolvenzrisiko, z.B. in Handel und Gastronomie werden nicht ohne Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft bleiben. Zudem wird die Bestandsbewirtschaftung, insbesondere Modernisierung und Instandhaltung, erschwert. Je länger die Krise andauert, desto höher ist auch das Risiko wirtschaftlicher Belastungen für unsere Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften. Deshalb werden wir die Situation in den Folgemonaten Mai und Juni genau im Blick behalten und bei Bedarf auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen.“

Zur Pressemitteilung der NRW.BANK: https://share.vdw-rw.de/1r

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Pressesprecherin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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