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NRW-Baupreise für Wohngebäude auf Allzeithoch: Bezahlbare Mieten unter Druck

Die Baupreise für Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen gehen ungebremst nach oben. Das geht aus den aktuellen Daten zur Statistik der Baupreise für das 1. Quartal 2022 des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervor. Der Baupreisindex für Wohngebäude (Bauleistungen am Bauwerk) in Nordrhein-Westfalen war im Februar 2022 um 13,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Durch die steigenden Preise geraten bezahlbare Mieten immer weiter unter Druck.

Steigende Materialpreise, knappe Rohstoffe und politische Forderungen zum energieeffizienten Bauen tragen zu einer Rekord-Verteuerung der Baupreise bei. Allein die Ausbauarbeiten verteuerten sich binnen Jahresfrist um 12,0 Prozent. Den höchsten Peisanstieg zwischen Februar 2021 und Februar 2022 gab es bei den Rohbauarbeiten (+14,2 Prozent). Preistreiber in diesem Segment waren die Zimmer- und Holzbauarbeiten (+ 27,4 Prozent). Bei den Ausbauarbeiten verzeichneten die Metallbauarbeiten (+17,6 Prozent) und die Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen (+ 17,9 Prozent) die höchsten Steigerungsraten.

Gegenüber November 2021 stiegen die Preise für Bauleistungen am Bauwerk bei Wohngebäuden um 4,3 Prozent. Für die Bürogebäude wurde ein Anstieg von 4,4 Prozent und für die gewerblichen Betriebsgebäude eine Erhöhung von 4,1 Prozent errechnet. (Quelle: IT.NRW)

Dazu Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen:

„Seit über zehn Jahren steigen die Baukosten ungebremst, verteuern das Wohnen und hemmen Investitionen in den so dringend benötigten bezahlbaren Wohnungsneubau. In Nordrhein-Westfalen stiegen die Baukosten im vergangenen Jahr um bis zu 25 Prozent. Dabei sind und bleiben die Anforderungen hoch: Wohngebäude sollen möglichst energieeffizient neu gebaut und saniert werden, erneuerbare Energien nutzen, gestiegene Anforderungen an Schall-, Brand- und Naturschutz einhalten, barrierefrei sein, über eine moderne Medienversorgung, eine zukunftsfähige Elektroinstallation, Unterstützungssysteme für ältere Menschen und erhöhte Sicherheitsstandards verfügen. Demgegenüber stehen hohe Materialkosten, Baustoffengpässe und verknappte Handwerkerkapazitäten, die die Baupreise immer weiter nach oben treiben.

Vor allem die sozial verantwortlich handelnden Wohnungsunternehmen und -genossenschaften stehen damit vor einem Dilemma. Bezahlbare Mieten sind vor diesem Hintergrund kaum noch zu realisieren.“

Unser Positionspapier zur Baukosten-Eindämmung: www.vdw-rw.de/positionspapiere

Zur Pressemitteilung von IT.NRW vom 12. April 2022: NRW-Baupreise für Wohngebäude im Februar um 13,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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