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Klimaschutz braucht Nachwuchsförderung: „Tag der Wohnungswirtschaft“ auf Solar Decathlon

Steigende Energiepreise, zunehmende Hitzebelastung der Wohnquartiere und fehlende Nachwuchskräfte vor allem im technischen Bereich: Klimaschutz und Nachwuchsförderung sind die zentralen Fragen der Wohnungswirtschaft. Beim Tag der Wohnungswirtschaft am 23. Juni 2022 im Rahmen des internationalen Hochschulwettbewerbs Solar Decathlon Europe 21/22 (SDE) in Wuppertal wurden diese Themen zusammengedacht.

Die vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen gemeinsam mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH Wuppertal (gwg) und dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen gestaltete Kooperationsveranstaltung stand unter dem Motto „Klimaschutz und Nachwuchsförderung – Innovative Konzepte für die nachhaltige Wohnungswirtschaft von morgen“ und reiht sich ein in eine Woche der Nachhaltigkeit in den sozialen Medien.

Wie lassen sich klimagerechtes Bauen und urbanes Leben nachhaltig miteinander verbinden? Und wie wird die Stadt der Zukunft gestaltet? Diese und weitere Fragestellungen standen im Fokus des Tages der Wohnungswirtschaft. „Das Wohnen der Zukunft ist nachhaltig. Aber die wohnungswirtschaftlichen und wohnungspolitischen Entwicklungen, auf die wir als Branche eine Antwort finden müssen, sind komplex. Unsere Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften stellen sich diesen Herausforderungen“, sagte VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter bei der gemeinsamen Begrüßung mit Oliver Zier, Geschäftsführer der gwg Wuppertal. „Wir wollen nicht einfach nur gesetzliche Vorgaben erfüllen. Wir engagieren uns für mehr Klimaschutz, weil das gut für das Leben in der Stadt ist – und damit für jede Mieterin und jeden Mieter“, unterstreicht Oliver Zier.

Quartiersansatz, Holzbau und Regenwassermanagement

Im Fokus der Präsentationen standen nachhaltige Projekte zum Quartiersansatz, Holzbau und Regenwassermanagement in der Freiraumentwicklung als Aspekte der Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft mit Beiträgen der gwg Wuppertal, der Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG sowie der WSG Wohnungs- und Siedlungs-GmbH.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprach VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über Klimaschutz und Nachwuchsförderung in der Wohnungswirtschaft. Ob und wie trotz historisch hoher Bau- und Energiekosten ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2045 umgesetzt werden kann, bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung durch Bau- und Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Politik.

 „Digitales Bauen, modulare Umsetzung, nachhaltige Materialien wie Holz oder das erste Haus im 3D-Druck: In den letzten fünf Jahren hat die Landesregierung die Weichen für ein neues Bauen in Nordrhein-Westfalen gestellt. Mit der öffentlichen Wohnraumförderung und insbesondere unserer Modernisierungsoffensive bringen wir das Grundprinzip der Nachhaltigkeit in die Fläche – mit einem Programmvolumen von insgesamt 1,3 Milliarden Euro allein in 2022. Dafür braucht es innovative Ideen, zukunftsgerechte Lösungen und eine starke Wohnungswirtschaft. Am Geld wird kein gutes Projekt scheitern, das einen Beitrag zu mehr nachhaltigen Wohnraum für die Menschen in Nordrhein-Westfalen leistet“, erklärt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Viele unserer gesellschaftlichen Herausforderungen beginnen und enden im Wohnquartier: Klimaschutz, Klimaresilienz, Energieerzeugung, Mobilität – all das stellt eine große Herausforderung für die Zukunft des Wohnens dar“, verdeutlichte Rychter. „Nur durch eine Kombination nachhaltiger Maßnahmen lässt sich die Klimaneutralität im Wohnen erreichen. Es muss aber auch bezahlbar sein. Deshalb erwarten wir klare Förderbedingungen für den Gebäudesektor.“

German Sustainable Housing Awards beim Solar Decathlon Europe verliehen

Zum Abschluss des Tages verliehen der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und VdW Rheinland Westfalen den German Sustainable Housing Award an die Studierendenprojekte zum Solar Decathlon, die mit ihren Hausprototypen neue Möglichkeiten für zukunftsfähige, nachhaltige Gebäude vorstellen. „Wir gratulieren den Gewinnern des German Sustainable Housing Wettbewerbs ganz herzlich zu ihren beeindruckenden und zukunftsweisenden Projekten. Sie liefern frische Ideen und neue Ansätze, um den Klimaschutz beim Bauen und Wohnen auf innovative Weise voranzutreiben. Innovationen sind hier das entscheidende Stichwort, denn die Zeit des einseitigen und teuren Dichtens und Dämmens von Gebäuden muss ein für allemal vorbei sein. Wir brauchen neue energiesparende Lösungen für nachhaltige Gebäude und Quartiere, die Klimaschutz vernetzt und vor allem bezahlbar machen“, sagte Axel Gedaschko, GdW-Präsident und Schirmherr des German Sustainable Housing Award. Preis für nachhaltiges Bauen und Wohnen in der Stadt. Diese Kriterien stehen bei der Auswahl der Siegerprojekte im Vordergrund: Qualität der Grundrisse, zu erwartende praktische Energieeffizienz, städtebauliche Qualität und Eignung für serielles oder modulares Bauen und Sanieren.

Die internationalen Teams konnten ihre Projekte einer vom GdW interdisziplinär zusammengesetzten Jury in kurzen Pitches vorstellen, die diese anschließend anhand eines umfangreichen Kriterienkataloges bewertete.

Die Jury setzte sich zusammen aus den Unternehmern Dr. Thomas Hain (NHW), Dietmar Jonscher (GEWOBA Nord Baugenossenschaft eG), Gerda Peter (GWG München), Christoph Rasche (degewo) und Hans Sartoris (STADTBAU GmbH). Ebenfalls Teil der Jury waren die GdW-Referenten Fabian Viehrig und Dr. Oliver Gewand sowie Hiram Kahler vom vdw Niedersachsen Bremen.

Überreicht wurden die drei Preise von VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter, GdW-Geschäftsführer Dr. Christian Lieberknecht und dem Juryvorsitzendem Dietmar Jonscher.

Weitere Infos zu den Siegern gibt es unter https://sde21.eu/de/competition/teams-projects.


Zum Solar Decathlon Europe 21/22 vom 10. bis 26. Juni

Der Solar Decathlon ist der weltweit größte universitäre Wettbewerb für nachhaltiges Bauen und Wohnen. Er findet dieses Jahr in seiner 20-jährigen Geschichte zum ersten Mal in Deutschland statt. Achtzehn Hochschulteams aus elf Ländern zeigen, wie man klimafreundlich und kostengünstig Baulücken schließt, Gebäude aufstockt oder in die Jahre gekommene Mehrfamilienhäuser saniert.

Ob ein Apartment aus Holz mit Dachgarten oder eine Wohnung mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker auf Zellulosebasis: Sechzehn voll möblierte Häuser mit bis zu 110 m2 Wohnfläche kombinieren erstklassige Architektur und Klimaschutz zum Anfassen. Der Solar Decathlon Europe ist eine Veranstaltung zum Gestalten, Vernetzen und Mitmachen – von Architektur bis Technologie, von Handwerk bis Politik, von Wissenschaft bis Kultur.

Weitere Informationen zum Solar Decathlon Europe: sde21.eu

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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