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Wie bilanziert man Klimaschutz und Nachhaltigkeit?

Der Gebäudesektor muss bis zum Jahr 2045 die Treibhausgasneutralität erreichen. Zur Unterstützung bei dieser enormen Herausforderung richtete der VdW Rheinland Westfalen am 11. November 2021 die Veranstaltung „CO2-Bilanzierung und Nachhaltigkeitsberichterstattung“ aus, um aktuelle Lösungsansätze von und für Unternehmen zu diskutieren.

CO2-Bilanzierung und Nachhaltigkeitsberichterstattung

Zunächst erläuterte Christian Gebhardt, Wirtschaftsprüfer vom GdW, wie die Inhalte einer CO2-Bilanz entwickelt werden können. Darauf aufbauend präsentierten Ramona Linke und Anja Wollschläger (beide WP/StB des VdW Reinland Westfalen) mögliche Schritte bei der Entwicklung eines individuellen Klimapfades für Wohnungsunternehmen und -genossenschaften und zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen im Portfolio. Den Vormittag rundete Dr. Ingrid Vogler, Leiterin Energie und Technik des GdW, mit wichtigen Informationen zum Bilanzrahmen und zur Klimabereinigung ab.

Einige Wohnungsunternehmen und -genossenschaften arbeiten bereits an individuellen Klimapfaden oder befinden sich schon in der Umsetzung ihrer Klimastrategie. Der VdW Rheinland Westfalen konnte vier Mitgliedsunternehmen dazu gewinnen, ihre Überlegungen zu präsentieren.

Impulsvorträge im Mittelpunkt des Austausches

Stefan Zellnig, Vorstandsmitglied der Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e. G., Neuss, machte den Auftakt mit einem Praxisbericht. Seine Präsentation spannte einen Bogen von den ersten Überlegungen zum Thema Klimaschutz bis hin zu Beispielen der Umsetzung initialer Maßnahmen des erarbeiteten Klimapfades. Das Wohnungsunternehmen mit rd. 3.500 bewirtschafteten Wohneinheiten hält Nichtstun in Sachen CO2-Reduzierung für keine Alternative.

Das Thema Klimaschutz bewegt auch die hwg eG, Hattingen, bereits seit Jahren, wie Vorstandsvorsitzender Dr. David Wilde berichtete. Der bisherige Fokus auf der Reduzierung des Energieverbrauches musste durch die aktuellen Klimaschutzgesetze auf die Einsparung von CO2-Emissionen transformiert werden. Basis der Planungen ist eine CO2-Bilanz, welche die Genossenschaft nun bereits zum zweiten Mal für den eigenen Wohnungsbestand aufgestellt hat. Aus Erfahrungen wurde berichtet, dass projektierte Energieverbräuche bei Neubauten nicht nur von der eigenen Umsetzung, sondern auch vom Nutzerverhalten und der komplexen Regelungstechnik abhängig sind, so Guido Zander aus der Technischen Abteilung.

Thomas Rölfs, Leiter Klima & Nachhaltigkeit, präsentierte über den Bilanzrahmen und die Herausforderungen der Stammdatenaufnahme hinweg den individuellen Klimapfad der LEG Immobilien SE. Er betonte die unterschiedlichen Ergebnisse desselben CO2-Fußabdrucks bei verschiedenen Herangehensweisen zur Ermittlung und stellte das Reporting in einem Business Intelligence System dar. Abschließend bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in den Transformationskorridor zur Erreichung der Klimaneutralität des Wohnungsbestandes.

Die Herangehensweise zur Herstellung eines klimaneutralen Gebäudebestandes erläuterte Dr. Rainer Fuchs, Bereichsleiter Strategie der Vivawest Wohnen GmbH. Die Klimaschutzstrategie berücksichtigt ökonomische, ökologische und soziale Ziele. Die Abgrenzung des Bilanzrahmens und die Darstellung des Status Quo bildete den Ausgangspunkt der Planungen. Verschiedene Gebäudecluster mit konkreten Maßnahmenpaketen wurden festgelegt. Diese Maßnahmen befinden sich schon heute in der Umsetzung bei aktuellen Modernisierungsmaßnahmen.

Abschließend wurden steuerliche Aspekte, insbesondere des Einsatzes erneuerbarer Energien, von Prof. Dr. Michael Pannen, StB des VdW Rheinland Westfalen, beleuchtet. Zusammenfassend ließ sich feststellen, dass alle Teilnehmer ähnliche Herausforderungen sehen. Da die CO2-Reduzierung zum Steuerungsinstrument und damit zum Leistungsindikator in der Wohnungswirtschaft werden wird, empfiehlt es sich, schon heute konkrete Überlegungen anzustellen, wie mit den gesetzlichen Anforderungen zum Klimaschutz im eigenen Wohnungsunternehmen umgegangen werden soll. Der Verband begleitet diesen Weg.

Durch die Umsetzung eines effektiven Hygiene- und Sicherheitskonzeptes konnte der VdW Rheinland Westfalen den zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Anforderungen der pandemischen Lage gerecht werden.

Ramona Linke
Ramona Linke
Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin
Tel.: +49 (211) 16998-93
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Anja Wollschläger
Anja Wollschläger
Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin
Tel.: 0211 16998-90
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