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Dritte Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie von NRW.BANK und VdW Rheinland Westfalen bestätigt Stabilisierung der Wohnungswirtschaft

Bereits im April und im Mai hatten die NRW.BANK und der VdW Rheinland Westfalen gemeinsam die rund 480 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des Verbandes zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vermietung, den Neubau und die Modernisierung und das Investitionsverhalten befragt. Die Ergebnisse der dritten Befragung im Juni bestätigen den bisherigen Trend: Die Wohnungswirtschaft im Westen bleibt stabil.

Segment der Mietwohnungen nur noch leicht betroffen

Im Juni hatten rund 77 Prozent der Befragten angegeben, von Mietausfällen und Stundungen betroffen zu sein (im Mai-Vergleich: 80 Prozent). Die Ausfälle beziehen sich dabei nur auf einen geringen Teil des Bestandes: 66 Prozent der Befragten gaben an, dass weniger als 2 Prozent der Mietverhältnisse betroffen waren, bei rund 18 Prozent waren zwischen 2 und 5 Prozent der Mietverhältnisse betroffen. Damit nahm die Anzahl der betroffenen Mietverhältnisse im Vergleich zum Vormonat ab. Dabei wird nur rund ein Fünftel der Mietausfälle von den Unternehmen mit den Folgen der Pandemie in Verbindung gebracht.

Auch die Nachfrage nach angebotenen Wohnungen hat sich im Juni wieder etwas verbessert. Während im April noch rund 62 Prozent der Befragten einen deutlichen oder leichten Corona-bedingten Nachfragerückgang verzeichnet haben (Mai: 55 Prozent), sank dieser Wert im Juni auf knapp 48 Prozent.

„Für die Wohnungswirtschaft ergeben sich durch die Pandemie neue Herausforderungen“, sagt Dietrich Suhlrie, Vorstandsmitglied bei der NRW.BANK. „Bezahlbarer Wohnraum ist für die Bürger wichtiger denn je. Die Wohnraumförderung des Landes ist mit ihrem breiten Spektrum an Fördermöglichkeiten hierbei ein wichtiger Partner für Investoren.“ 

Gewerbemieter stärker betroffen

Der Bereich der Gewerbemieten war schon zu Beginn der Pandemie deutlich stärker von Mietausfällen und -stundungen betroffen. Während im Mai noch 58 Prozent der Befragten betroffen waren, meldeten im Juni nur noch rund 41 Prozent Mietausfälle. Auch der Anteil an Mietverträgen war deutlich höher: Bei knapp der Hälfte der Befragten waren mehr als 5 Prozent der Mietverhältnisse betroffen, ein Fünftel meldete sogar 20 Prozent und mehr betroffene Mietverhältnisse. Diese Effekte ließen sich auch deutlicher den Auswirkungen der Pandemie zuordnen. Rund 72 Prozent der Ausfälle waren Corona-bedingt.

Noch Verzögerungen bei Bauprojekten feststellbar

Weiterhin macht sich die Corona-Pandemie bei aktuellen Bauprojekten bemerkbar. Rund die Hälfte der Wohnungsunternehmen und -genossenschaften stellen derzeit noch Verzögerungen fest. Ursächlich sind hier vor allem Probleme bei der Lieferung von Baustoffen (61 Prozent), personelle Engpässe (40 Prozent) und die verzögerte Erteilung von Baugenehmigungen (35 Prozent).

Investitionsklima verbessert sich

Auch im Juni gibt ein Großteil der Befragten an, dass die Folgen der Corona-Pandemie keine Auswirkungen auf bereits geplante Investitionen haben: Im Neubausegment sehen rund 88 Prozent der Unternehmen keine Auswirkungen, beim Neubau mit Wohnraumförderung beträgt dieser Anteil sogar 94 Prozent. Auch bei Modernisierung und Instandhaltung sieht die Mehrheit der Befragten (rund 80 Prozent) keine Einschränkungen. Die Folgen von Corona scheinen sich nun noch etwas seltener negativ auf die geplanten Investitionen auszuwirken als in den Vormonaten. Das Investitionsklima insgesamt am Markt wird von den Befragten in allen Segmenten (Neubau Eigentum, Neubau Mietwohnungen, Bestandserwerb und Modernisierung) im Mittel überwiegend als „eher gut“ eingeschätzt und wurde noch etwas positiver bewertet als in der Mai-Befragung. 

Keine Sorgen bei Liquidität

Die Aussichten verbessern sich auch im Bereich der Liquidität. Fast alle Wohnungsunternehmen und -genossenschaften (99 Prozent) halten Liquiditätsengpässe für sehr oder eher unwahrscheinlich. Hier hat es seit April eine positive Entwicklung gegeben (91,4 Prozent, Mai: 96,7 Prozent). Dementsprechend nehmen rund 97 Prozent der Befragten auch keine staatlichen Hilfen in Anspruch.

„Für die Mieterinnen und Mieter wurde die eigene Wohnung während der Corona-Beschränkungen oft zum einzigen Lebensmittelpunkt und Wohnungsunternehmen und -genossenschaften zu wichtigen Ansprechpartnern“, so Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen. „Angesichts einer hohen Zahl von Menschen in Kurzarbeit und zunehmender Arbeitslosigkeit durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie müssen wir im Blick haben, ob die gesamtwirtschaftliche Lage nicht mittelfristig auch die Wohnungswirtschaft beeinträchtigt.“

 

Das VdW-Wohnzimmer-Gespräch zur Corona-Pandemie zwischen NRW.BANK-Vorstand Dietrich Suhlrie und VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter finden Sie hier:
https://share.vdw-rw.de/youtube                                                                                  

Oliver Niermann
Oliver Niermann
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Wohnungs- und Städtebauförderung, Landesplanung und Raumordnung
Tel.: 0211 16998-38
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