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Stärkster Baupreis-Anstieg seit 50 Jahren erschwert bezahlbares Wohnen immens

Wohnungsneubauten in Deutschland haben sich im November 2021 so stark verteuert wie seit 1970 nicht mehr. Hauptursachen sind die massiv gestiegenen Preise für Baumaterialien wie Holz, Stahl und Dämmstoffe. Das geht aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Demnach sind die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im November 2021 um 14,4 Prozent gegenüber November 2020 gestiegen. Auf den Anstieg der Baupreise wirken sich unter anderem die immens gestiegenen Materialpreise aus.

Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden sind in den letzten zwölf Monaten um 15,7 Prozent gestiegen. Den stärksten Anstieg gab es bei den Zimmer- und Holzbauarbeiten. Sie sind aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland um fast 40 Prozent teurer geworden. Die Preise für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten haben sich ebenso verteuert wie für Klempner- und Betonarbeiten. Für Metallbauarbeiten erhöhten sie sich um 17,3 Prozent.

Dazu Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen:

„Die Zahlen sind alarmierend. Schließlich sind die Preise für den Wohnhausneubau so stark gestiegen wie zuletzt im Jahr 1970. Das Bauen soll kostengünstiger werden, doch bei diesen Baukostensteigerungen ist das kaum realisierbar. Neben den gestiegenen Preisen der Rohstoffe tragen auch wachsende Ansprüche an die Wohnqualität und den Klimaschutz zu den Baukostensteigerungen bei. Zeitintensive Genehmigungsverfahren tun ihr Übriges, indem sie zu Bauverzögerungen und weiteren Baukosten führen.

Jetzt gilt es, die Ursachen und Treiber der Baukostensteigerung anzugehen. Und dazu gehört es, die Genehmigungsverfahren zu entbürokratisieren, zu beschleunigen und dem Fachkräftemangel entschlossen entgegenzutreten. Nur so können wir letztendlich eines schaffen: den Klimaschutz bezahlbar umsetzen!“

Zur Pressemittelung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 10. Januar 2022: Baupreise für Wohngebäude im November 2021: +14,4 % gegenüber November 2020

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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