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Regierung startet Wärmepumpenoffensive: Technologieoffenheit jetzt!

500.000 neue Wärmepumpen pro Jahr: Ab 2024 sollen nur noch Heizungen neu eingebaut werden, die zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – für neue Öl- und Gasheizungen bedeutet das ein De-facto-Verbot.

Dazu Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinand Westfalen:

„Die Wohnungswirtschaft fordert seit Jahren einen Paradigmenwechsel: weg von der alleinigen Betrachtung der Effizienz, hin zu CO2-Emissionen als Leitindikator. Wärmepumpen, betrieben mit Strom aus erneuerbaren Energien, sind ein entscheidendes Klimainstrument in Gebäuden – vor allem im Neubau. Der Einbau von Wärmepumpen ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung eines klimaneutralen Gebäudebestandes. Wir plädieren aber grundsätzlich für eine technologieoffene Wärmeversorgung.

Die Ziele sind wichtig und notwendig, aber auch ambitioniert: Es fehlen Fachkräfte aus dem Handwerk für die Installation der Netzanschlüsse. Wie kann, angesichts von Produktions- und Lieferengpässen, eine solche Vielzahl an Wärmepumpen bereitgestellt werden? Bei Sanierungen müssen die Gebäude einen hohen energetischen Standard erreichen, um Wärmepumpen effizient zu nutzen. Um Flächenheizungen zu installieren, ist es mit einem „einfachen“ Austausch der Heizung nicht getan, denn die Installation bringt einen hohen Sanierungsaufwand und Belastung für Mieterinnen und Mieter mit sich. Nicht überall im Bestand ist die Infrastruktur für Wärmepumpen gegeben.

Es ist unausweichlich, in den kommenden Jahren verstärkt in moderne und energieeffiziente Heizungssysteme zu investieren. Unsere Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften tun das bereits. In einer jüngsten Umfrage mit der NRW.BANK gaben fast 70 Prozent der Befragten an, ausschließlich in den Einbau von Wärmepumpen im Neubau zu investieren; gefolgt von Fernwärme und Solarthermie. Wohnungsunternehmen, die jüngst in den Einbau etwa von Gasheizungen investiert haben, sollten jetzt nicht abgestraft werden, sondern mit förderpolitischen Anreizen unterstützt werden, in nachhaltige Heizungssysteme zu investieren. Damit sind die 500.000 Wärmepumpen pro Jahr ein wichtiges Signal, aber noch keine ausreichende Antwort angesichts der vielschichtigen Krisen."

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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