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„WohneNRW-Tag“ – der Tag für die öffentliche Wohnraumförderung in Nordrhein-Westfalen

Erstmalig in Nordrhein-Westfalen fand am 7. August 2020 der „WohneNRW-Tag“ statt. Bei der Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen wurde zusammen mit der Wohnungswirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern die öffentliche Wohnraumförderung einen Tag lang in den Mittelpunkt gestellt. Begleitet wurde der Aktionstag durch zahlreiche Veranstaltungen in Städten und Gemeinden sowie in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #wohnenrw. Weitere Informationen zum WohneNRW-Tag auf der Homepage des Ministeriums unter:

www.mhkbg.nrw/themen/bau/wohnen/wohnenrw-tag

Anlässlich des Aktionstags fand unter anderem eine Besichtigung von fünf Projekten mit Vorbildcharakter aus der öffentlichen Wohnraumförderung durch die Ministerin und Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Partner (darunter auch der VdW Rheinland Westfalen) statt. In den Sozialen Medien wurde die Projektbereisung unter dem Hashtag #wohnenrw begleitet. In 2021 soll der „WohneNRW-Tag“ ausgebaut werden.           

Folgende öffentlich geförderte Projekte sind im Rahmen der Besichtigungstour besucht worden:

1. Station - Velbert:
„An der Mähre 2, 4, 6/ Höferstr. 12 + 14/ Sternbergstr. 68 + 70“

Beschreibung: Eine vier- bis sechsgeschossige Wohnanlage, welche mit einer Förderung aus der Modernisierungsoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen erneuert wird. Die Wohnanlage aus dem Baujahr 1981 umfasst 90 Wohneinheiten in 7 Gebäuden und 5.668 Quadratmeter Wohnfläche. Sie befindet sich in direkter Innenstadtlage von Velbert und innerhalb des Stadtumbaugebiets „Velbert-Mitte“. Geplant ist eine umfassende Bestandserneuerung: Neben einer energetischen Optimierung sollen Barrieren abgebaut werden, der Wohnkomfort soll erhöht und das Wohnumfeld verbessert werden. Die Bewilligungssumme beträgt rund 9 Millionen Euro. Bauherr: Spar- und Bauverein eG.

2. Station - Heiligenhaus:
„Campusallee 2-4“
             

Beschreibung: Neubau eines drei-geschossigen Studierendenwohnheimes mit 42 Wohnplätzen und integrierter Kindertagesstätte unmittelbar am Campus Velbert-Heiligenhaus der Hochschule Bochum. Der Neubau umfasst über 2.200 Quadratmeter Fläche, sechs Einzel- und 18 Doppelappartements sowie zwei rollstuhlgerechte Appartements. Eine integrierte Kinder-Großtagespflege, Lerninseln sowie ein Post- und Paketservice sind in dem Gebäude vorhanden. Daneben verfügt das Gebäude über ein abgestimmtes Energiekonzept mit gasbetriebenem Blockheizkraftwerk und dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung. Das Projekt wird mit zwei Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung sowie weiterer Förderung durch den Bund unterstützt. Bauherr: Studierendenwerk Bochum – Akademisches Förderungswerk (AKAFÖ).

3. Station - Köln:
„Wohnquartier Holsteinstraße“

Beschreibung: Neubauprojekt eines Wohnquartiers in der Holsteinstraße in Köln-Mülheim. Der Neubau verfügt über 120 Wohneinheiten, 84 davon öffentlich gefördert. Die Wohnanlage befindet sich auf dem Grundstück des ehemaligen Redemptoristenklosters. Diese Historie wurde im Gesamtkonzept berücksichtigt. Blickfang und Mittelpunkt ist die frühere Klosterkapelle, die als Begegnungsort sowohl für die Nachbarschaft als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner dient. Das Projekt wurde mit rund 9,7 Millionen Euro öffentlich gefördert. Bauherr: GAG Immobilien AG.

4. Station - Köln:
„Chorweiler“

Beschreibung: Geplant sind umfangreiche Modernisierungen einschließlich energetischer Erneuerung in rund 1.200 Wohnungen der GAG Immobilien AG in Köln-Chorweiler, die auch die äußere Neugestaltung der Gebäude mit neuen Fassaden, Fenstern und Hauseingängen, den Abbau von Barrieren sowie weitere wohnwertverbessernde Maßnahmen in den Wohnungen und im Wohnumfeld ermöglichen. Hierfür veranschlagt die GAG ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 144 Millionen Euro für die 1.200 Wohnungen in Chorweiler Mitte. Das Projekt soll in fünf Bauabschnitten umgesetzt werden. Zusätzlich sind ergänzende Aufwertungsmaßnahmen im angrenzenden öffentlichen Raum, wie die Aufwertung von Spielflächen, Beleuchtung und Beseitigung von Angsträumen, ein Soccer-Cage sowie eine kleine Bibliothek vorgesehen, um zu einer nachhaltigen Wertsicherung der gebäudebezogenen Maßnahmen beizutragen. Das Großprojekt wird mit 110 Millionen Euro aus der öffentlichen Wohnraumförderung begleitet.

5. Station - Willich:
„Am Hüevel 21“

Beschreibung: Mit diesem neugebauten Mietobjekt möchten private Bauherren ein zukunftsorientiertes Mehrfamilienhaus im Passivhausstandard errichten, welches zudem als Bewohnerinnen und Bewohner vorwiegend die Zielgruppe Menschen mit Behinderung im Fokus hat. Im Sinne des Inklusionsgedankens steht ein Gemeinschaftsraum für alle Mieterinnen und Mieter zur Verfügung. Die Bewilligungssumme aus der öffentlichen Wohnraumförderung beträgt rund zwei Millionen Euro. Bauherr: Birgit und Peter Thunnissen.

Zum Hintergrund:

Gutes und bezahlbares Wohnen ist eines der größten sozialen und damit auch politischen Themen unserer Zeit. Besonders ältere oder körperliche eingeschränkte Menschen, große Familien oder sozial benachteiligte Haushalte, Studierende und Auszubildende sind in den Städten und im ländlichen Raum, auf angespannten wie auf entspannten Wohnungsmärkten in unserem Land auf qualitativ gute und bezahlbare Wohnungen in lebenswerten und zukunftsfähigen Quartieren angewiesen. Dieser Wohnraum ist auf vielen Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen jedoch oft Mangelware, da die Boden- und Baupreise stetig steigen.

Die Wohnraumförderung ist ein wichtiges Instrument, um diesen Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung erreichbar zu machen – rund 50 Prozent der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen hätten Anspruch auf eine geförderte und damit mietpreisreduzierte Wohnung. Der Bau und die Vermietung von bezahlbarem Wohnraum ist der Grundauftrag unserer Mitgliedsunternehmen und –genossenschaften. Sie engagieren sich stark im Bereich des geförderten Wohnraums, bewirtschaften rund 50 Prozent der geförderten Wohnungen und bauen Wohnungen für Jung und Alt, barrierefrei und energetisch optimiert.

Die Wohnraumförderung des Landes leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass die im Verband organisierten Unternehmen und Genossenschaften weiterhin guten und bezahlbaren Wohnraum wirtschaftlich herstellen, modernisieren und bewirtschaften können. Die Verbandsmitglieder sind in allen Fördersäulen aktiv – dem Mietwohnungsneubau, der Modernisierung, der Quartiersentwicklung, dem Bau von Wohnraum für Studierende und dem Bau von Eigenheimen. Im Jahr 2019 haben Sie rund 40 Prozent der Fördermittel abgerufen und somit Mittel für rund 3.300 Wohnungen beantragt.

Daraus entstehen vorbildliche Häuser und Wohnungen in ganz Nordrhein-Westfalen.