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Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit

Ein Jubiläum für den Treffpunkt Sozialarbeit: Am 11. März 2020 fand die Veranstaltung für Sozialarbeiter der Wohnungsunternehmen und -genossenschaften inzwischen zum 50. Mal statt. Beiträge des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und aus Städten und Landkreisen boten Anlass zum Austausch.

Die aktuelle Wohnungslosenstatistik des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW zeichnet ein klares Bild: 2018 waren knapp 45.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen als wohnungslos erfasst – 37 % mehr als im Vorjahr. Der Druck auf die Städte und Gemeinden hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Eine mögliche Antwort: die Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ - unterzeichnet von VdW Rheinland Westfalen, LEG Immobilien AG, Vonovia SE und VIVAWEST Wohnen GmbH. Diese Initiative tritt dem stetig angewachsenen Problem in den 20 am stärksten betroffenen Städten und Kreisen entgegen. Das Konzept richtet sich nicht allein an Obdachlose, sondern umfasst durch präventive Arbeit auch Personen, die von der Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Initiative setzt auf eine gemeinsame Strategie von der Wohnungswirtschaft, Kommunen und sozialen Trägern.

Wie die Initiative für die Betroffenen vor Ort umgesetzt werden kann, zeigen vier Beispiele aus der Praxis:

„sta(d)tt-Brücke“

„sta(d)tt-Brücke“ wird in Zusammenarbeit mit dem CVJM Essen Sozialwerk durchgeführt und begleitet seit September 2019 Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit Bedrohte auf dem Weg in gefestigte Wohnverhältnisse. Dabei wird der ganze Weg von der Wohnraumakquise und Kontaktpflege zu Vermietern über die Kommunikation mit Jobcentern, Sozial- und Wohnämtern bis zur Nachbetreuung der Betroffenen gegangen. 

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Projekt „sta(d)tt-Brücke“.

„Kümmerer-Projekte“ gegen Wohnungslosigkeit

In 20 Städten und Kreisen NRWs haben die sogenannten „Kümmerer-Projekte“ zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit ihre Arbeit aufgenommen. Die Stadt Düsseldorf hat gemeinsam mit der Caritas „Kümmerer“ bei öffentlichen und freien Trägern neu als Sozialberater eingestellt, die für die persönliche Kontaktaufnahme mit Wohnungslosen im Einsatz sind. Darüber hinaus stellt die Landeshauptstadt die Bündelung und Koordination der Tätigkeiten zur Wohnraumakquise als besonderen Mehrwert fest, denn so werden die Entwicklung eines Wohnungsinteressentenpools, die Klärung von Bonitätsfragen und so die letztliche Sicherung der Mietzahlung für alle Beteiligten sichergestellt.

„viadukt“

„viadukt“ aus Köln ist 2017 aus der Kooperation zwischen dem Sozialdienst katholischer Frauen, dem Diakonischen Werk sowie dem SKM in Köln hervorgegangen. Die Vermittlung betroffener Personen in gefestigte Wohnstrukturen soll dabei vor allem die Wohnungslosenhilfe entlasten, um Platz für Personen zu schaffen, die nicht wohnfähig sind. Darüber hinaus wird durch die Öffentlichkeitsarbeit aller beteiligten Akteure eine Wahrnehmung der gravierenden Probleme geschaffen, die das Spannungsfeld der sozialen Segregation thematisiert und langfristig beheben soll.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Projekt „viadukt“.

Wohnungslosenhilfe SKM im Rhein-Sieg-Kreis e. V.

Im Landkreis Rhein-Sieg steht besonders der ständige Austausch mit den einzelnen Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises und deren zuständigen Behörden im Vordergrund, wodurch Maßnahmen recht unterschiedlich angegangen werden. Dabei gestaltet sich die Umsetzung von einzelnen Hilfen als große Herausforderung, jedoch hat sich mit einzelnen Behörden eine vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit etabliert.

Weitere Informationen zur Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW erhalten Sie hier.

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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