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Erste Bereisung des Projektes „Wohnen auf Kohle“

Um die Handlungsbedarfe der industrieverbundenen Quartiere im Ruhrgebiet kennenzulernen und herauszuarbeiten, besichtigten Vertreter von Wohnungsunternehmen, Kommunen, InWIS, NRW.Bank sowie des Referats für Wohnungsbestandsförderung des MHKBG am 6. Juni 2019 vier Quartiere mit Beständen aus den 1950er und 1960er Jahren.

Bei dieser ganztägigen Bereisung wurde sich in den Quartieren über Problemfeldern wie ÖPNV-Anbindung, Gestaltung öffentlicher Räume oder energetische Modernisierungen ausgetauscht. Dabei wurden folgende vier Quartiere bereist:

Bottrop: Ostring/Beckstraße

Hier wurden Schlichtwohnungen mit großem Grünbereich im Innenbereich aus dem Jahr 1952 der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Bottrop mbH (GBB) gezeigt. Allerdings ist die Bausubstanz derart veraltet, dass der Rückbau der Gebäude und Ersatzbau geplant sind. Dadurch würde die Wohnfläche verdoppelt und der gesamte Stadtteil aufgewertet.

Gelsenkirchen: Eppmannsweg

In Gelsenkirchen wurde die Gruppe durch die Siedlung Eppmannsweg der LEG geführt. Die LEG plant, die Bestände durch eine Modernisierung der Außenansicht inklusive der Balkone mit einem Farbkonzept aufzuwerten. Vor Neuvermietungen soll auch die Innenausstattung modernisiert, wobei vor allem der Zuschnitt und die Barrierearmut der Wohnungen zeitgemäß erneuert werden sollen.

Bochum: Opelsiedlung am Neggenborn

Nach einer Mittagspause wurde die „Opelsiedlung am Neggenborn“ aus den 1950ern besichtigt. Hier wurden durch die Eigentümerin VBW Bauen und Wohnen GmbH und die Stadt Bochum einige Handlungsbedarfe bei Balkonen und Fenstern sowie im energetischen Bereich erkannt. Aktuell führt die VBW eine Teilmodernisierung der Gebäude mit dem charakteristischen Schieferverkleidungen durch;  primär werden dabei Balkone und Eingangsbereiche erneuert, ohne dass die Mieten angepasst werden müssten.

Dortmund: In der Liethe

Zum Abschluss der Bereisung war die Gruppe beim Spar- und Bauverein Dortmund eG in der Siedlung „In der Liethe“ von 1960 zu gast, welche sich seit 2014 in einem Modernisierungsprozess befindet, der 2020 abschlossen sein soll. Dabei werden die Verbesserung des Wohnkomforts und energetische Modernisierungen zur CO²-Einsparung in den Fokus genommen. Die verschiedenen Stadien der Modernisierungen konnten ebenso wie eine bezugsfertig modernisierte Wohnung begutachtet werden.

Nach der interessanten Bereisung konnten durch die wissenschaftliche Begleitung des InWIS Themen und Handlungsbedarfe ausgearbeitet werden, die die industrieverbundenen Quartiere des Ruhrgebietes gemeinsam haben und die für deren Zukunftsfähigkeit angegangen werden müssen.

Friedrich-Alexander Flatters
Friedrich-Alexander Flatters
Sozialpolitik, Statistik, Demographie und Veranstaltungen
Tel.: 0211 16998-41
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