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Der Markt regelt nicht alles - Mehr Gemeinwohl wagen!

Unter diesem Motto lud die NRW-Fraktion der SPD am 30. April 2019 ins Besucherzentrum des Düsseldorfer Landtags ein. Auf der wohnungspolitischen Diskussionsagenda stand schon fast ein Klassiker: Das Potenzial einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit für eine stärker gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik.

Auf Ohrensesseln hatten Jan Kuhnert, Berliner Gutachter zur Wohnungsgemeinnützigkeit, Prof. Dr. Martin zur Nedden, Beigeordneter a.D. aus Leipzig und VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter Platz genommen, um über das Für und Wider eines weiteren Konzeptes zu diskutieren, dass vor allem öffentlich einfache Lösungen für komplexe und erklärungsbedürftige Sachzusammenhänge suggeriert.

Zunächst keine Kontroverse in Sicht

Einigkeit herrschte im Problemaufriss: wohnungspolitische Verfehlungen der Vergangenheit, Wegfall preiswerter Bestandsbauten durch auslaufende Bildungen aus älteren Wohnraumförderprogrammen und Modernisierung einzelbesessener Altbauen, dazu Hemmnisse in der Errichtung bezahlbarer Neubauten durch hohe Grundstückspreise, intransparente Grundstücksvergaben und geringe Personalkapazitäten. Ein „Weiter so“ könne es vor diesem Hintergrund nicht geben, so das Podium einhellig.

Wieviel Gemeinwohl brauchen tragfähige Lösungen

Doch am Umgang mit diesen Herausforderungen schieden sich dann die Geister. Während Rychter gemeinwohloriente Wohnungspolitik auch in bestehenden Strukturen für realisierbar hält, beispielsweise durch die konsequente Vergabe von Grundstücken an nachweislich gemeinwohlorientiert handelnde Wohnungsunternehmen und -genossenschaften anstelle an den oder die Höchstbietenden, sahen Kuhnert und zur Nedden beispielsweise die Wiederbelebung der öffentlichen Hand als Bauherr oder unbefristete öffentliche Bindungen als die wirksameren Hebel.

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
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