Pressemitteilungen

Barrierefreiheit in der Landesbauordnung sichert generationengerechtes und bezahlbares Wohnen

Am kommenden Freitag, 5. Februar 2021, berät der Ausschuss für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen den Gesetzesentwurf der Landesregierung zur Änderung der Landesbauordnung 2018. Ein kontrovers diskutierter Themenschwerpunkt: die Regelungen zur Barrierefreiheit.

Dazu Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen:

„Teilweise wird die Sorge geäußert, dass eine neue Landesbauordnung das barrierefreie Bauen und Wohnen schwächen könnte. Aus Sicht der im VdW Rheinland Westfalen organisierten, gemeinwohlorientierten Wohnungswirtschaft ist diese Sorge unbegründet. Im aktuell vorliegenden Entwurf der Anpassung der Bauordnung werden die erreichten Standards für Barrierefreiheit nicht reduziert. Vielmehr dient die Anpassung der Vorschriften lediglich einer Klarstellung dieser Standards. Die konkretisierenden Anforderungen an die Barrierefreiheit, geregelt in der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen für das Land Nordrhein-Westfalen (VV TB NRW), bleiben davon vollkommen unberührt.“

Einheitlicher Standard für die Barrierefreiheit

Bis zum 31. Dezember 2018 war in der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vorgesehen, dass in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen lediglich die Wohnungen nur eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein mussten. „‘Barrierefrei‘“ in diesem Sinne war auch nicht näher konkretisiert, sodass es bei der Umsetzung zu Unsicherheiten bei Wohnungswirtschaft, Planern und den Verwaltungen kam“, so VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter. Mit der Bauordnung 2018 müssen seit dem 1. Januar 2019 nun alle Wohnungen in Gebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 mit Wohnungen barrierefrei sein - angelehnt an die technischen Anforderungen für das barrierefreie Bauen der Wohnraumförderbestimmungen Nordrhein-Westfalen. Die jahrelangen Erfahrungen im VdW Rheinland Westfalen im geförderten Mietwohnungsbau haben gezeigt, dass dies ein geeigneter Maßstab für generationengerechtes und gleichzeitig bezahlbares Wohnen für alle Schichten der Bevölkerung ist.

Die Neuregelung hat zu einem deutlichen Schub für das barrierefreie und generationengerechte Bauen und Wohnen im Land geführt. Barrierefreiheit ist damit zum allgemeinen Standard im Geschosswohnungsbau geworden.

„Gutes, generationengerechtes und bezahlbares Wohnen ist und bleibt eines der größten sozialen und politischen Themen unserer Zeit“, unterstreicht Alexander Rychter. „Die geplante Novellierung der Landesbauordnung bildet den dafür notwendigen bauordnungsrechtlichen Rahmen.“

Katrin Stamm
Katrin Stamm
Abteilungsleitung Interessenvertretung, Verbandskommunikation, Marketing und Neue Mobilität
Tel.: 0211 16998-94
mehr