NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach absolviert landesweite Quartiersfachreise

Einen Überblick über aktuelle wohnungswirtschaftliche und -politische Handlungsfelder verschaffte sich Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei ihrer Quartiersfachreise am 25. Oktober 2017. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen hatte die Reise durch insgesamt sechs Quartiere initiiert und umgesetzt.

Machten auch im Essener "Uferviertel" Station: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (2.v.r.) und VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter (4.v.r).

Münster, Dülmen, Essen, Hattingen, Witten und Bochum waren die Stationen der eintägigen Reise, bei der vor allem gelungene Projekte aus dem öffentlich geförderten Wohnungsbau auf der Tagesordnung standen. Im Rahmen der Besuche vor Ort kamen Vertreter der gastgebenden Wohnungsunternehmen und -genossenschaften sowie aus Politik und Verwaltung mit der Ministerin zusammen, um über Fragen der sozialen und quartiersbezogenen Wohnraumförderung zu diskutieren.

Dabei appellierten die Vertreter der Wohnungswirtschaft vor allem an die Ministerin, verlässliche förderpolitische Rahmenbedingungen zu erhalten. Nach aktuellem Stand wird sich der Bund 2019 aus der Wohnungsbauförderung zurückziehen, die Mittelverantwortung wird vollständig in die Verantwortlichkeit der Länder übergehen.

Ministerin Ina Scharrenbach sagte: "Mehr Bauland, schnelleres Bauen und eine verlässliche Wohnungsbauförderung: Mit diesen Maßnahmen wollen wir in Nordrhein-Westfalen ein Klima für Neubau schaffen. Deshalb wurde das Inkrafttreten der unter der Vorgängerregierung neugefassten Landesbauordnung um ein Jahr verschoben. Baukostensteigernde Regulierungen und Vorgaben stehen nun auf dem Prüfstand. Außerdem entwickeln wir die soziale Wohnraumförderung des Landes weiter. Wir werden die Eigentumsförderung bedarfsgerecht anheben; der Fokus bleibt auf der Mietwohnraumförderung. Wir werden in allen Segmenten die Förderbedingungen und Standards überprüfen, um die Förderung effektiver zu gestalten und damit auch die Attraktivität von Investitionen in bezahlbares Wohnen wieder zu erhöhen."

VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter machte auf die bevorstehenden Herausforderungen aufmerksam: "Wir brauchen auch in Zukunft ein Förderpolitik, bei der Wohnungen bezahlbar bleiben - nicht nur für diejenigen, die darin wohnen, sondern auch für diejenigen, die sie bauen und instand halten." Damit spielte er unter anderem auf die sogenannte "R-Quote" an: "Die Preisspirale bei den Baukosten wird durch eine verpflichtende Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen weiter nach oben getrieben. Die Herausforderungen von Inklusion und Teilhabe sind uns bewusst, aber wenn mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen soll, ist diese Verschärfung der falsche Weg. Wir müssen quartiersbezogene und bedarfsgerechte Wohnangebote entwickeln, die sich an der Nachfrage vor Ort orientieren - im konstruktiven Dialog von Politik und Wohnungswirtschaft."

Folgende Wohnungsunternehmen zeigten gelungene Praxisbeispiele für öffentlich geförderten und quartiersbezogenen Wohnungsbau:

  • Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH

Quartier: Münster, Hammer Straße

Inhaltlicher Fokus: Fördermix, generationenübergreifendes Wohnprojekt, Wohnungen für Behinderte, Quartiersstützpunkt Ambulante Dienste e.V. (Bielefelder Modell), Kirchenumnutzung (Kita)

  • Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Coesfeld eG (WSG)

Quartier: Dülmen, Dalweg

Inhaltlicher Fokus: öffentlich geförderter Wohnungsbau

  • Allbau GmbH

Quartier: Essen, Uferviertel, Hagenbecker Bahn

Inhaltlicher Fokus: Großmodernisierung und Neubau mit öffentlichen Mitteln,
Wohnungsrück- und Neubau, energetische Modernisierung,
grüne und blaue Infrastruktur als Quartiersentwicklungsimpulse

  • Hattinger Wohnstätten eG (hwg eG)

Quartier: Hattingen, SüdstadtGarten

Inhaltlicher Fokus: Klimaschutzsiedlung, Barrierearmut im Altbau, Wohnprojekte

  • Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG

Quartier: Witten, Bommern

Inhaltlicher Fokus: öffentlich geförderter, barrierefreier Wohnraum und Neubau einer Kita

  • Vivawest Wohnen GmbH

Quartier: Bochum, Glücksburger Straße

Inhaltlicher Fokus: generationengerechtes Wohnen, öffentlich geförderter Wohnungsbau, energetische Modernisierung mit altengerechter Bad- und Aufzugserneuerung