Verbandstag vom 15. bis 17. September 2008 in Paderborn

Wohnungspolitische Thesen 2008 verabschiedet

 

Verbandsrat

Der Verbandsrat des VdW Rheinland Westfalen kam am 15. und 16. September 2008 im Rahmen des Verbandstages zu zwei Sitzungen im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum zusammen.

 

In der Sitzung am 15. September 2008 informierte Verbandsdirektor Burghard Schneider den Verbandsrat über Entwicklungen in der Bundes- und Landespolitik NRW. Dabei legte er den Schwerpunkt auf die aktuellen energiepolitischen Gesetzes- und Verordnungsvorhaben des Bundes. Bisher wollen die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz keinen Gebrauch von der Möglichkeit machen, durch eigene Landesgesetze den Einsatz von erneuerbaren Energien im Wohnungsbestand vorzuschreiben.

 

Außerdem stimmte der Verbandsrat den vom Verband überarbeiteten Empfehlungen des GdW-Fachausschusses für Stadterneuerung und -entwicklung zur zukünftigen Gestaltung des Stadtumbaus West einstimmig zu, die u. a. die Notwendigkeit der Förderung des Abrisses neben der Aufwertung unterstreichen.

 

In seiner Sitzung am 16. September 2008 bestimmten Wahlvorgänge die Tagesordnung. Ulrich A. Büchner, Essen, wurde wieder für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Verbandsrates und Dietmar Cremer, Duisburg, sowie Werner Dacol, Köln, zu dessen Stellvertretern gewählt. Klaus Graniki (DOGEWO21 Dortmunder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft) wurde als Mitglied des GdW-Verbandsrates gewählt. Ferner wurden Nachwahlen von Delegierten zum GdW-Verbandstag und in Ausschüsse des VdW Rheinland Westfalen durchgeführt.

 

Mitgliederversammlung

An der diesjährigen Mitgliederversammlung des VdW Rheinland Westfalen e. V. am 16. September 2008, die vom Vorsitzenden des Verbandsrates, Ulrich A. Büchner, geleitet wurde, nahmen über 35 Prozent der Mitgliedsunternehmen teil.

 

Vor Beginn der Mitgliederversammlung: (v. l. n. r.) Verbandsdirektor Burghard Schneider, Ulrich A. Büchner, Vorsitzender des Präsidiums, und sein Stellvertreter Werner Dacol sowie Prüfungsdirektor Hubert Schiffers

 

Dr. Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor des VdW südwest, sprach eingangs ein Grußwort für den Partner-Verband des VdW Rheinland Westfalen. Darin zog er ein überaus positives Fazit der Kooperation beider Verbände in den Bereichen Interessenvertretung, Beratung, Verwaltung und Organisation, die seit über vier Jahren im wesentlichen vom gemeinsamen Drei-Länder-Büro in Bonn geleistet wird.

 

Der Vorstand ging in seinem Bericht auf die Aktivitäten seit der letzten Mitgliederversammlung am 11. September 2007 in Oberhausen ein.

 

Verbandsdirektor Burghard Schneider widmete sich darüber hinaus dem Thema „Klimaschutz“. Er stellte fest, dass die Wohnungsunternehmen im VdW Rheinland Westfalen seit 1990 rund 12 Milliarden Euro in die energetische Sanierung ihrer Wohnungsbestände investiert haben. Mit Blick auf die gesetzlich verschärften energetischen Anforderungen an Wohnungsgebäude warnte er vor einer möglichen Investitionszurückhaltung. „Wir fordern, auf alle energie- und klimapolitischen Anforderungen zu verzichten, die die Gebote der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und der Wahlfreiheit bei energetischen Modernisierungen verletzten“, sagte er.

 

Im Weiteren plädierte Schneider für eine Flexibilisierung der wohnungspolitischen Instrumente für wachsende und schrumpfende Regionen: „Wachsende Regionen, in denen sich der Wohnungsmarkt weiter anspannt, brauchen eine Förderung des Wohnungsneubaus – schrumpfende Regionen brauchen eine Abrissförderung.“ Eine wirksame Abrissförderung müsse über einzelne Modellprojekte und die Koppelung an Neubaumaßnahmen hinausgehen. Unter anderem wiederholte Schneider die Forderung des VdW Rheinland Westfalen nach einer gesetzlichen Regelung zur beschleunigten Realisierung von so genannten Housing Improvement Districts (HIDs), also von Immobilien- und Standortgemeinschaften in Gebieten, die vom Wohnen geprägt sind.

 

Startet den Datei-Download(Zum Download der Rede von Verbandsdirektor Burghard Schneider)

 

Prüfungsdirektor Hubert Schiffers stellte in seinem Bericht u. a. fest, dass die im Jahr 2007 durchgeführten Prüfungen planmäßig verlaufen sind. Mit Blick auf die geänderten Prüfungsvorschriften für „kleine“ Genossenschaften berichtete er, dass über 75 Prozent die Jahresabschluss-prüfung in der bisherigen Form beauftragt haben.

 

Ausführlich ging Schiffers auf die zu erwartenden Änderungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ein. Er wies darauf hin, dass die Änderungen bereits für den Jahresabschluss 2009 gelten und kündigte intensive Informationen für die Mitgliedsunternehmen an.

 

Ulrich A. Büchner ging in seinem Bericht über die Arbeit des Verbandsrates u. a. auf die Themen Gründung der EBZ Business School, § 107 Gemeindeordnung NRW, Kooperation mit dem VdW südwest, Aktivitäten des Verbandes im Rahmen von rund 170 Veranstaltungen mit über 8.000 Teilnehmern sowie wirtschaftliche und personelle Angelegenheiten ein.

 

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurden einstimmig

 

• der Jahresabschluss und das Jahresergebnis 2007 genehmigt sowie

• der Vorstand und der Verbandsrat entlastet.

 

In der Nachfolge von Berthold Prunzel und Josef Rehring wählte die Mitgliederversammlung zwei neue Mitglieder in den 24-köpfigen Verbandsrat des VdW Rheinland Westfalen: Norbert Müller, BGW Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH, und Günter Ott, GAG Immobilien AG, Köln.

 

Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung die „Startet den Datei-DownloadWohnungspolitischen Thesen 2008: Zukunftsicheres Wohnen und Leben – Wohnqualitäten brauchen funktionierende Märkte“.

 

Ebenfalls einstimmig wurde die Änderung der Satzung des VdW Rheinland Westfalen in verschiedenen Passagen beschlossen.

 

Abschließend wurden die beiden besten Absolventen der diesjährigen so genannten „Bochum-Prüfung“ der Berufsschule im EBZ – Europäisches Bildungszentrum, Bochum, und die beiden besten Absolventen der Fortbildung zum „Immobilien-Ökonom (GdW)“ durch Verbandsdirektor Schneider mit einem Präsent ausgezeichnet.

 

Die beiden jahrgangsbesten Absolventinnen der Berufsschule im EBZ Bochum, Katrin Kochlowski (THS, Gelsenkirchen) und Lena Pohl (VBW, Bochum), sowie die besten Absolventen des Studiengangs „Immobilienökonom (GdW)“ im EBZ Bochum, Klaus Pelzer (ERFTLAND, Bergheim) und Birgit Hövener (WL-Bank, Münster).
 

 

Vollversammlungen der Fachschaften

 

Am 16. September 2008 fanden im Rahmen des Verbandstages die Vollversammlungen der drei Fachschaften im VdW Rheinland Westfalen statt: „Wohnungsgenossenschaften und Vereine“, „Öffentliche und kommunale Wohnungsunternehmen (ÖKU)“ sowie „Industrieverbundene, kirchliche und sonstige Unternehmen (IKS)“

 

Fachschaft der Wohnungsgenossenschaften

Der Vorsitzende der Fachschaft, Ulrich Bimberg, gab einen ausführlichen Rechenschaftsbericht und informierte u. a. über das novellierte Genossenschaftsgesetz, die Kooperationen des VdW Rheinland Westfalen mit dem Institut für Genossenschaftswesen der Universität Münster und dem VdW südwest, Risikopotenziale für die künftige Entwicklung der Wohnungsgenossenschaften, Abgeltungsteuer EK 02, Heimgesetz NRW und WohnRiester.

 

Einstimmig votierte die Vollversammlung für eine geänderte Geschäftsordnung, die u. a. eine Anpassung der Wahlperiode des Vorstandes und des Genossenschaftsausschusses analog der Wahlperiode des Verbandsrates des VdW Rheinland Westfalen vorsieht.

 

Der Vorstand der Fachschaft mit Ulrich Bimberg als Vorsitzenden sowie Franz-Bernd Große-Wilde und Georg Potschka als stellvertretende Vorsitzende wurde einstimmig bis 2010 wiedergewählt.

 

Ebenfalls einstimmig wählte die Vollversammlung diejenigen zwölf Mitglieder des Genossenschaftsausschusses bis 2010, die nicht schon aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Verbandsrat des VdW Rheinland Westfalen dem Genossenschaftsausschuss angehören. In der Nachfolge von Willi Hullmann und Gerd Mikulski wurden dabei Christa Kolb (Spar- und Bauverein Leichlingen eG) und Udo Bartsch (Eisenbahner-Bauverein eG, Düsseldorf) gewählt.

 

Weiter berichtete der Vorsitzende des Vereins „Wohnen in Genossenschaften“, Bernhard Koppmann, aus der Arbeit des Vereins. Stefan Williamson, Solve IT, stellte den neuen Internetauftritt der Marketinginitiative der Deutschen Wohnungsgenossenschaften vor. Und in einem Vortrag ging Professor Dr. Günther Ringle auf das Thema „Vertrauen“ und seine Bedeutung für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Wohnungsgenossenschaften ein.

 

Fachschaft ÖKU

Auf der Agenda der Vollversammlung der Fachschaft unter Leitung ihres Vorsitzenden Christof Henn stand u. a. ein Vortrag von Nina Schoppmann (VdW Rheinland Westfalen) über die wohnungswirtschaftlich relevanten Regelungen des nordrhein-westfälischen Entwurfs für ein „Gesetz zur Umsetzung der Föderalismusreform auf dem Gebiet des Heimrechts“.

 

Ferner wurde Dr. Dieter Kraemer (VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum) in der Nachfolge von Josef Rehring zum stellvertretenden Vorsitzenden der Fachschaft gewählt.

 

Außerdem fanden Wahlen in den Arbeits-ausschuss der Fachschaft statt. Neue Mitglieder sind Harald Förster (Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH), Gerd Huesmann (Wohnbau Dinslaken GmbH), Dr. Dieter Kraemer (VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum), Armin Maaßen (Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH, Mönchengladbach) und Dr. Andreas Pätz (Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft mbH der Stadt Königswinter).

 

Fachschaft IKS

Unter Leitung ihres Vorsitzenden Robert Schmidt setzte man sich in der Vollversammlung der Fachschaft intensiv mit den Anforderungen des Integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung für den Wohngebäudebereich auseinander. Fachkundige Informationen darüber, was auf die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zukommt, gab zuvor Ingrid Vogler, GdW, Berlin.

 

Im Weiteren diskutierte man eine Vielzahl aktueller bundes- und landespolitischer Themen. Außerdem waren Wahlvorschläge und Wahlen für Gremien des VdW Rheinland Westfalen und des GdW durchzuführen.

 

Fachmesse

 

Der VdW Rheinland Westfalen dankt Startet den Datei-Download42 Unternehmen und Sponsoren für ihre Beteiligung am Verbandstag 2008 in Paderborn.