Stadtentwicklung - eine interdizplinäre Herausforderung

Die rheinland-westfälische Wohnungswirtschaft ergreift vielfältig Initiativen

 

Stadtentwicklung und Stadterneuerung stellen angesichts der massiven Herausforderungen des demographischen und sozio-ökonomischen Wandels mehr denn je eine Querschnittsaufgabe dar. Die Mitwirkung der Immobilien- und Wohnungswirtschaft an der Stadtentwicklung ist dabei von entscheidender Bedeutung für eine zukunftsichernde und nachhaltige Gestaltung des Wohnens in den Städten. Die Wohnungswirtschaft reagiert auf den demographischen Wandel seit längerem mit differenzierten Strategien, um die Wohnquartiere mit einem Mix von Maßnahmen ganzheitlich aufzuwerten.

 

Die im VdW Rheinland Westfalen organisierte Wohnungswirtschaft setzt auf eine integrierte Stadtentwicklung und Stadterneuerung. Spätestens seit der vom VdW Rheinland Westfalen im Jahr 2001 in Auftrag gegebenen Studie Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster„Zukunft des Wohnens – Perspektiven für die Wohnungswirtschaft in Rheinland und Westfalen“ werden der demographische Wandel und seine neuen Herausforderungen in der politischen und fachbezogenen Öffentlichkeit fast ohne Tabus diskutiert und Handlungskorridore erörtert.

 

Massive Veränderungen resultieren aus der Veränderung des Altersaufbaus der Bevölkerung, aus dem Trend zu neuen Lebensformen und Haushaltstypen, aus Migration und kultureller Vielfalt. Die Herausforderungen liegen zum einen in neuen Zielgruppen, die differenzierte Produkte (ob im Miet-, Eigentums- oder im genossenschaftlichen Bereich) benötigen, und zum anderen im Aufbrechen der Mittelschicht, in wachsender Armut und einem regional ausgeprägten Bevölkerungsrückgang, die zusammen die Wohnungsnachfrage spürbar sinken lassen. Gelingt es nicht, diese Wirkungen des demographischen Wandels zu gestalten, werden leerstehende Wohnungen und segregierte Stadtviertel das Bild unserer Städte prägen.

 

Vitale Städte brauchen vitale Stadtteile, in denen die Menschen gern und mit Überzeugung wohnen und leben. Wohnungspolitik ist daher stärker mit der Stadtentwicklung und Quartiersentwicklung zu verzahnen. Das Ziel einer modernen Wohnraumpolitik besteht darin, in Kooperation mit allen Akteuren in den Stadtteilen im Sinne einer Prophylaxe von Fluktuation und Leerstand für „ein lebendiges Miteinander“ Sorge zu tragen. Dies setzt voraus, dass die Menschen neben hochwertigen Wohnungsangeboten lebens- und liebenswerte Wohnumfelder und sozial stabile Bewohnerstrukturen in den Quartieren vorfinden. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine integrierte Stadtteilentwicklung auf der Basis strategischer Allianzen zwischen Wohnungsunternehmen, Kommunen und der Bewohnerschaft mehr und mehr an Bedeutung. Sämtliche wohnungswirtschaftliche Maßnahmen – ob Rückbau, Bestandsmodernisierungen oder Neubauaktivitäten – sind (objekt- und) standortbezogen. Sie müssen aus diesem Grund immer im Kontext mit allen anderen Strategien und Instrumenten, ob öffentlicher oder privater Akteure, geplant und umgesetzt werden. Die Weiterentwicklung der Siedlungen zu zukunftsfähigen Standorten setzt eine Integration der aus dem Portfoliomanagement der Wohnungswirtschaft erwachsenden langfristigen strategischen Planungen in die primär von der kommunalen Planung und Politik definierte Stadtteilentwicklungsplanung voraus. Das Ziel besteht darin, die Stadtteile bzw. -quartiere unter Berücksichtigung der Ausgangssituation und der spezifischen Stärken und Schwächen zu qualifizieren und Einigkeit über deren Funktion im gesamtstädtischen Zusammenhang herzustellen.

 

Der VdW Rheinland Westfalen ergreift zur Bildung strategischer Allianzen immer wieder Initiativen, unter anderem in Form von Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterFachtagungen, bzw. greift im Rahmen der Reihe Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterForum Wohnungswirtschaft Zukunftsthemen der Branche auf. Auch bei der Öffnet internen Link im aktuellen FensterJahrespressekonferenz 2009 stand das Thema Öffnet internen Link im aktuellen Fenster„Nachholbedarf in der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik in NRW“ im Vordergrund