Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) sieht großen politischen Handlungsbedarf für mehr altersgerechten Wohnraum. „Das Land muss die politischen Reformen für mehr altersgerechten Wohnraum auch nach der Landtagswahl konsequent fortsetzen“, sagt Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen anlässlich einer Anhörung zum Thema Barrierefreie Mobilität und barrierefreies Wohnen im Deutschen Bundestag, bei der er als Experte angehört wurde. Besonders das so genannte Wohn- und Teilhabegesetz (WTG NRW) müsse so gestaltet werden, dass es neue Wohnformen fördere und nicht behindere, wie dies derzeit der Fall sei.
Schätzungen zufolge sind gerade einmal etwas mehr als ein Prozent des Wohnungsbestands in Nordrhein-Westfalen barrierefrei. Zwar sind die Mitgliedsunternehmen des VdW Rheinland Westfalen mit einem Anteil von 8,1 Prozent barrierearmer und barrierefreier Wohnungen Vorreiter auf diesem Feld. Doch damit ist das Problem noch lange nicht gelöst. Laut Statistischem Landesamt wird die Zahl der Über-80-Jährigen in NRW von heute 964.000 auf 1,4 Millionen im Jahr 2030 steigen.
Alexander Rychter: „Um diesen Menschen ein Leben im gewohnten Wohnumfeld zu ermöglichen, muss jede Chance genutzt werden, Barrieren zu reduzieren.“ Auf Bundesebene spricht er sich deshalb dafür aus, das KfW-Programm „Barrierefrei Umbauen“ wieder mit Haushaltsmitteln auszustatten. In NRW setzt er sich dafür ein, dass das Wohn- und Teilhabegesetz so reformiert wird, dass altersgerechte Wohnformen nicht weiter behindert werden. Die unscharfe Abgrenzung zwischen Pflegeheimen und betreuten Wohnkonzepten hält laut einer Umfrage etwa die Hälfte der VdW-Mitgliedsunternehmen davon ab, entsprechende Projekte in die Tat umzusetzen. „Vor der Landtagswahl war die Landesregierung auf dem Weg zu einer guten Reform des WTG, diesen Weg muss die neue Landesregierung weitergehen“, sagt Rychter.