Wohnungswirtschaft im Westen bleibt Garant für bezahlbare Mieten

Im Zuge der Veröffentlichung einer BBSR-Studie zur Mietenentwicklung äußert sich die Wohnungswirtschaft im Westen.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) betrugen die Neuvertragsmieten für Wohnimmobilien in 2016 durchschnittlich 7,65 Euro pro Quadratmeter deutschlandweit. Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, betont: „Die ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften bleiben Anker für niedrige Mieten.“ Rychter verweist auf eine Durchschnittsmiete von 5,25 Euro im Jahr 2015, deutlich unter dem Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalens von 6,64 Euro im gleichen Jahr.

Insbesondere für Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern hat das BBSR in seiner jüngst veröffentlichten Untersuchung starke Preisanstiege ausgemacht. „Richtig ist, dass in den gefragten Großstädten die Wohnungsmärkte angespannt sind“, so VdW-Verbandsdirektor Rychter. „Die Wohnungswirtschaft entlastet diese Wohnungsmärkte nach Kräften: In 2016 haben die kommunalen, öffentlichen, genossenschaftlichen, kirchlichen sowie industrieverbundenen und privatwirtschaftlichen Wohnungsanbieter gut 2,1 Milliarden Euro in Neubau und Modernisierung ihrer Bestände investiert.“ Ihre Bestände bewirtschaften und halten die VdW-Mitgliedsunternehmen in der Regel dauerhaft, über Jahrzehnte und länger.

Die Neubauinvestitionen der ehemals gemeinnützigen Wohnungswirtschaft sind in 2016 um 36 Prozent gestiegen. Hier merkt Rychter allerdings an, dass mit dieser Summe aufgrund der stark angestiegenen Baukosten heute weniger neuer Wohnraum entstehen kann als früher: „Das Geld, das vor einem Jahrzehnt noch für 100 neue Wohnungen gereicht hätte, reicht heute nur noch für 78 Wohnungen aus.“ Die Politik sei aufgerufen, weitere Auflagen, Verschärfungen bestehender Gesetze und neue Anforderungen an Wohngebäude genau abzuwägen und dabei den Gesichtspunkt der steigenden Baukosten stärker in Betracht zu ziehen.

Dem VdW-Verbandsdirektor ist auch wichtig zu betonen: „Das BBSR weist zudem darauf hin, dass die Angebotsmieten in vielen ländlichen Kreisen abseits der Ballungsräume niedrig bleiben. Durchdachte Wohnungspolitik muss auch darauf abzielen, dass diese Regionen nicht ins Hintertreffen geraten.“
Wichtige Zahlen, Daten und Prognosen hat der Verband in seinem Leistungsbericht zusammengefasst.